Umbau und Aufstockung
Basel, Schweiz
Wettbewerb 2022
Planung 2022-2024
Ausführung 2024-2026
Basel, Schweiz
Wettbewerb 2022
Planung 2022-2024
Ausführung 2024-2026
Zoologischer Garten Basel AG, Schweiz
Salathé Architekten Basel, Schweiz
Patrick Gressler, Katsiaryna Laikova, Tobias Huber, Franck Mahler
Das bestehende Betriebsgebäude im hinteren Bereich des Zoos Basel wurde zu einem qualitätvollen und repräsentativen Verwaltungssitz umgestaltet. Das bestehende Betriebsgebäude, das benachbarte Wohnhaus und die dreigeschossige Aufstockung wurden dabei zu einem «städtischen Konglomerat» zusammengefasst. Das Projekt versteht Nachhaltigkeit als integralen Bestandteil aller planerischen Entscheidungen.
Der Holz-Lehm-Hybridbau der Aufstockung reduziert CO₂-intensiven Beton auf ein statisch sinnvolles Minimum. Eine spalierartige Struktur aus Rundstäben umgibt das offene und transparente Innere, übernimmt die Verschattung der Fassaden und bietet Halt für eine biodiverse Begrünung. Die saisonale Begrünung der Fassaden und der Dachflächen leistet einen Beitrag zum Biotopverbund, zum Regenwassermanagement und zum sommerlichen Wärmeschutz.
Im Innern verbindet eine Kaskadentreppe die drei Bürogeschosse. Der Gebäudekern wird so zu einer kommunikativen, erlebnisreichen Zone. Die Arbeitsbereiche erstrecken sich über die gesamte Gebäudetiefe. Im obersten Geschoss befindet sich ein grosszügiger, stützenfreier Aufenthalts- und Veranstaltungsraum mit Terrasse zum Zoo.
Die bestehende Tragstruktur stammt im Wesentlichen aus den Bauphasen 1952 und 1971. Sie besteht aus Stahlbetondecken aufgelagert auf Stampfbetonwänden, Mauerwerk und Stahlbetonstützen, die im Laufe der Jahrzehnte partiell durch Stahlstrukturen ersetzt wurden. Der Eingriff in die Bestandssubstanz wird auf das Notwendige beschränkt, jedoch waren die bestehende Tragstruktur sowie die vorhandenen Fundationen nicht in der Lage, die Zusatzlasten der Aufstockung ohne Verstärkungsmassnahmen aufzunehmen. Aus diesem Grund wurde der bestehende Kernbereich vollständig rückgebaut und von der Bodenplatte bis zum Dach durch einen neuen, das Gebäude aussteifenden Stahlbetonkern ersetzt. Der Vertikallastabtrag der Aufstockung erfolgt vollständig über eine strukturell vom Bestand entkoppelte Tragstruktur mit eigener Gründung.
Die Aufstockung wird auf einem Abfangtisch aus massiven Stahlträgern und einer Verbunddecke abgestellt. Die Abfangkonstruktion lagert auf aussenliegenden neuen Stützen. Auf der Südseite werden die vertikalen Lasten über einen Lastverteilriegel an Mikropfähle geleitet. Auf der Nordseite übernimmt eine neue Stahlbetonwand im Untergeschoss die Kraftübertragung. Der vertikale Lastabtrag in der Aufstockung erfolgt über Holzstützen bis zur Abfangebene. Die Gebäudeaussteifung gegen horizontale Einwirkungen (Erdbeben, Wind) wird in Längsrichtung durch den neuen, in den Untergeschossen eingespannten Stahlbetonkern sichergestellt. In Querrichtung ergänzen eine massive Stahlbetonwand (Erdreich bis Abfangstruktur) sowie Holzdiagonalen (Abfangstruktur bis Dach) das Aussteifungssystem.
Über dem 2., 3. und 4. Obergeschoss wurden Holz-Lehm-Decken installiert. Der Lehm wird zwischen den Holzträgern als Gewölbe eingestampft und wirkt als nichttragende thermische Masse. Die Elemente mit Abmessungen von ca. 2,3 m auf 4,2 m und einem Gewicht von ca. 3 t sind für eine hohe Vorfertigung ausgelegt und eignen sich optimal für Spannweiten von ca. 4 m.