Umbau und Sanierung eines Gebäudes im Denkmalschutz
Windisch, Schweiz
Wettbewerb 1. Rang 2014
Planungsbeginn 2022
Ausführung 2023-2026
Windisch, Schweiz
Wettbewerb 1. Rang 2014
Planungsbeginn 2022
Ausführung 2023-2026
PDAG Psychiatrische Dienste Aargau, Windisch, Schweiz
huggenbergerfries Architekten AG, Zürich, Schweiz
koepflipartner Landschaftsarchitekten BSLA, Luzern, Schweiz
Taylan Beyazşahin, Ana Maria Eigenmann, Oliver Fricke, Nicolas Gamper
Beim rund 24 Hektar grossen Areal der Psychiatrischen Dienste Aargau handelt es sich um eine geschichtsträchtige Parkanlage. Ein denkmalgeschütztes Klinikgebäude, 1872 von Architekt Ferdinand Carl Rothpletz erbaut, fügt sich als grossmassstäbliche Anlage mit einem „Cour d'honneur“ in diesen Kontext ein. Nördlich des spätklassizistischen Baus wurde 2020 das neue Stationshaus Magnolia eingeweiht. Neu sollte der Hauptbau ausschliesslich als Büro- und Therapiegebäude genutzt werden. Trotz Entlastung durch den Erweiterungsbau, war zur Aufrechterhaltung des Betriebs eine Renovation zwingend notwendig.
Nach sorgfältiger Untersuchung und Planung konnte die Sanierung des Bestandes mit geringstmöglichen baulichen Eingriffen bewerkstelligt werden. Da das Gebäude ― teilweise auch im Inneren ― denkmalgeschützt ist, wurden alle Sanierungsmassnahmen mit den zuständigen Behörden abgestimmt.
Die Tragstruktur besteht vorwiegend aus massiven Bruchsteinmauern von bis zu 110 cm Stärke. Das Untergeschoss ist aus Bruchsteingewölben erstellt und auf Streifenfundamenten unter den Tragwänden fundiert. Ab dem Erdgeschoss lagern Holzbalkendecken auf den Bruchsteinwänden auf. Wie sich herausstellte, wurden die parallel zur Balkenrichtung verlaufenden Wände teilweise nicht durch die Decken gehalten. Im Rahmen der Sanierung wurde die Gebäudestruktur gemäss gemäss SIA 269/8 erdbebenertüchtigt. Dazu wurde die Decke über dem 2. Obergeschoss als Deckenscheibe ausgebildet und die Fassaden- und Querwände mit Zugverankerungen an die Deckenscheibe angeschlossen. Zusätzlich wurde der Giebel über dem Haupteingang gesichert. Teilweise wurden tragende Wände durch Holzunterzüge ersetzt. Auch der Dachstuhl wurde verstärkt.
Späteren Einbauten wie die Patientenzimmer etc. wurden rückgebaut. Die Sanitärräume wurden (wieder) in den hofseitigen Risaliten konzentriert und die für die Nasszellen erforderlichen Leitungsführungen anhand einer neuen Bodenplatte in der Unterkellerung resp. neuer Decken (vom 1. UG bis ins 1. OG) realisiert. Des Weiteren umfasste die Sanierung eine Gesamterneuerung der Haustechnik-Installationen und die erforderlichen Massnahmen für neue Steigleitungen.
Beim Fensterersatz kam wie beim Ursprungsbau gezogenes Glas zum Einsatz. Die inneren wie äusseren Oberflächen wurden pinselsaniert. Das neue Farb- und Materialkonzept im Innern orientiert sich an der restauratorischen Farbanalyse und setzt auf dezente Weiss- und Grautöne. Die repräsentativen Räume in der Gebäudemitte hingegen sind mit kräftigeren Farben und wertigen Materialien gestaltet. Sie werden auch zukünftig als Veranstaltungsräume und Seminarbereiche genutzt. Ein zeitgemässes Beleuchtungskonzept rundet die Sanierung ab.